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Gschichten vom Hüttenwirt

27. August 2011 - Wieder mal Schlechtwetter am Königsjodler

Nach der Schönwetterphase hatte der Wetterbericht ja für den Samstag eine deutliche Wetterverschlechterung prognostiziert. Damit war klar,

es würde wieder Probleme am Klettersteig Königsjodler geben. Die Frage war nur wie würden diese Probleme enden.

An diesem Samstag, noch am Vormittag, kamen drei Klettersteiggeher am Matrashaus an. Sie hatten eineschöne Tour hinter sich, und erst beim Abstieg über den Normalweg zum Arthurhaus dürften sie noch nass geworden sein.

Am Nachmittag kamen zwei Gruppen völlig durchgefroren und durchnässt auf der Hütte an. Die einen hatten näheren Kontakt mit dem Gewitter im allgemeinen, und dem Blitz im besonderen geschlossen. Sie waren aber gesund und munter, und alles ist noch Mal gut ausgegangen.

Gegen Abend bekam ich noch einen Anruf von der Bergrettung Dienten, wie die Sicht und die Windverhältnisse hier oben am Hochkönig sind. Im unteren Bereich des Königsjodlers müssen sie 2 Bergsteiger bergen. Die Rettungsaktion konnte schließlich erst in der Nacht beendet werden.

Der gleiche Tag, die gleiche Tour - und doch ist die Sache drei Mal völlig unterschiedlich ausgegangen?

Die ersten drei waren erfahrene Bergsteiger. Sie haben den aktuellen Wetterbericht gelesen, und konnten ihn auch richtig deuten. Deshalb sind sie früh genug aufgebrochen, und sind schon gegen halb sieben/sieben Uhr in den Königsjodler eingestiegen. Sie hatten zwar die nötige Ausrüstung dabei, aber auch keine
Riesenrucksäcke mit viel unnötigem Balast. Sie beobachteten die Wetterentwicklung, und wären notfalls über den Notausstieg des Klettersteigs ausgestiegen.
Beim Notausstieg ist eine Tafel angebracht (deutsch/englisch) auf der darauf hingewiesen wird, hier ist erst Halbzeit. Die drei konnten dadurch auch einschätzen, dass sie es noch vor dem Wetterumschwung bis zum Ausstieg des Königsjodler schaffen würden.
Den Königsjodler bei so einer Wetterlage wie am Samstag zu begehen ist ein Risiko. Die drei konnten sich selbst, und das Risiko richtig einschätzen, und deshalb ist die Sache auch gut ausgegangen.

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SAMSTAG FRÜH AM KLETTERSTEIG

Die mittlere Truppe bestand aus zwei Gruppen.
Zuerst kamen vier Tschechen an der Hütte an. Auf meine Frage, ob sie denn keinen Wetterbericht gehört hätten, wurde mir gesagt, am Campingplatz in Werfen wäre nur die Rede von Schauern gewesen. Und Regen alleine hätte ihnen nichts ausgemacht.
Zum einen werden aus Schauern am Campingplatz in Werfen hier oben am Hochkönig ganz schnell wesentlich ungemütlichere Wetterverhältnisse. Und durch einen Temperatursturz werden im Tal aus 35 Grad zwar nur 16 bis 17 Grad, aber auf fast 3000 Meter bedeutet das auch im August Temperaturen unter Null Grad. Und dann werden aus Regenschauern hier oben ganz schnell Schneeschauer.
Bei Tschechen und Ungarn kommt noch ein weiteres Problem dazu. Die Anreise hat sie meistens schon viel vom knappen Geld gekostet, und da wird einfach mehr riskiert, und auch bei unsicheren Wetterverhältnissen in die Tour eingestiegen.

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SCHNEESCHAUER UND STURM AM HOCHKÖNIGGIPFEL

Nach den Tschechen kam eine Dreiergruppe.
Die hatten auch noch nähere Bekanntschaft mit einem Blitz geschlossen, und feststellen müssen, dass bei Gewitter das Drahtseil zu einem stromführenden Blitzableiter werden kann. Einer aus der Gruppe wollte mir noch auf seinem Eifon zeigen, dass der Wetterberichtdie Gewitter nicht angekündigt hat. Er wäre also quasi "unschuldig". Der Blitz unterscheidet aber nicht zwischen schuldig und unschuldig. Die Drei hatten einfach nur Glück.

Dieses Glück hatten zwei deutsche Bergsteiger nicht. Sie waren in den Königsjodler zu einer Zeit eingestiegen, als die ersten drei Klettersteiggeher schon oben am Ausstieg waren. Etwa bei der Hälfte wollten sie wegen des schlechten Wetters umdrehen, und sind aber nicht über den Notausstieg und das Birgkar abgestiegen, sondern wieder über den Klettersteig zurück.
Da wurde dann einer der beiden vom Blitz getroffen und verletzt. Sie konnten nicht mehr selbst absteigen, und mussten von der Bergrettung sehr aufwendig gerettet werden.

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DER KÖNIGSJODLER WÄHREND DER RETTUNGSAKTION

m sein Glück nicht zu oft strapazieren zu müsssen, kann man sich ja folgenden Ratschlag aus dem "Ratgeber für Alpenwanderer" Ausgabe 1924 durch den Kopf gehen lassen:
"Jeder kann eine Dummheit in den Bergen machen. Wer aber dauernd Dummheiten macht, hat in den Bergen nichts verloren."

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Roman Kurz
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